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Bei Wirecard dreht sich alles um

Bei Wirecard dreht sich alles um

D.Die hart schlagende Dax-Gruppe Wirecard steht vor einer entscheidenden Woche. Nachdem der Bilanzskandal zu einem enormen Vertrauensverlust an den Kapitalmärkten und zum Rücktritt von CEO Markus Braun geführt hat, muss der neue Interim Manager James Freis mit den Gläubigerbanken verhandeln. „Für Wirecard geht es um die Existenz“, sagt der Zahlungsabwickler des Münchner Vorortes Aschheim. Nachdem Wirecard für 2019 keine zertifizierte Bilanz vorgelegt hat, haben die 16 kreditgebenden Banken das Recht, Kreditlinien in Höhe von mehr als 1,85 Mrd. in Anspruch zu nehmen. Dann braucht das Unternehmen viel Liquidität. Bekanntlich gibt es keine Bilanz- und Prüfungsnachweise für Treuhandvermögen von mehr als 1,9 Milliarden Euro, das von zwei philippinischen Banken gehalten werden soll – immerhin ein Viertel der Gesamtbilanz. Die Anzeichen eines schweren Betrugs nehmen ebenfalls zu.

Hanno Mussler

Der Amerikaner Freis, der erst am Freitag zum Nachfolger von Braun ernannt wurde, erhielt eine deutliche Verstärkung für die schwierigen Bankverhandlungen: Die Los Angeles Investment Bank Houlihan Lokey muss nun einen Restrukturierungs- und Finanzierungsplan aufstellen. Die Zeit ist kurz, da sich Banken und Kunden lange gefragt haben, ob Wirecard über ausreichende Liquidität verfügt. Houlihan Lokey ist auf ernsthafte Umstrukturierungen von Unternehmen und Insolvenzen spezialisiert und informierte die Gläubigerausschüsse einmal über die Rekordinsolvenzen von Lehman Brothers und Enron. In diesem Land machten sich die Amerikaner mit der Insolvenz der Steinhoff-Möbelgruppe und der Rickmers-Reederei einen Namen. Das ehemalige Vorstandsmitglied der Bundesbank, Andreas Dombret, ist seit einigen Wochen als Berater für Houlihan Lokey tätig.