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Wirtschaftsprognose: Erholung kann beginnen

Wirtschaftsprognose: Erholung kann beginnen

D.Die deutsche Wirtschaft dürfte sich in der Corona-Krise wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik abgeschwächt haben – aber mit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen dürfte das Schlimmste vorerst vorbei sein und die Erholung wird im Sommer beginnen. Dies geht aus der neuen Wirtschaftsprognose hervor, die der Sachverständigenausschuss am Dienstag zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vorgelegt hat. Das sogenannte „Business Practices“ Board ist das wichtigste Beratungsgremium des Landes und kehrte kürzlich mit der Ernennung von Monika Schnitzer und Veronika Grimm zu fünf Mitgliedern zurück. Weitere Mitglieder sind Lars Feld, Volker Wieland und Achim Truger.

Im Vergleich zu 2019 schätzen Ökonomen den Rückgang der deutschen Wirtschaftsproduktion in diesem Jahr auf 6,9 Prozent. Dieser Wert wird für Spezialeffekte der Saison und des Kalenders wie Feiertage angepasst. In absoluten Zahlen wird die Wirtschaftsproduktion von mehr als 3,4 auf weniger als 3,2 Milliarden Euro sinken. Gleichzeitig dürfte die Arbeitslosenquote trotz staatlicher Hilfsmaßnahmen wie kurzfristiger Arbeitslosenunterstützung von 5,0 Prozent im Vorjahr auf 6,1 Prozent in diesem Jahr steigen.

Der absolute Beschäftigungsrückgang liegt bei rund 500.000 Menschen. Und eine rasche Rückkehr auf das Vorkrisenniveau behindert die „Wirtschaftspraktiken“, obwohl die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 voraussichtlich wieder wachsen wird und für das kommende Jahr eine Wachstumsrate von 4,9 Prozent erwartet wird. Beispielsweise dürfte die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten weiter steigen und im kommenden Jahr ebenfalls 6,1 Prozent betragen.

„Unwahrscheinliche“ Aufholeffekte

Wie das Expertengremium zu Beginn der Corona-Krise Ende März prognostiziert hat, herrscht jetzt Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen. „Für die aktuelle Prognose geht das Expertengremium davon aus, dass es zunehmend möglich sein wird, die Neuinfektionen einzudämmen und ein erneutes Auftreten der Pandemie zu verhindern, wobei Maßnahmen zur erneuten Verschärfung ergriffen werden“, sagte er zu Beginn. Entscheidend muss auch sein, wie synchron die weitere Entwicklung weltweit verläuft, „damit sich die Erholung in den einzelnen Volkswirtschaften nicht durch mangelnde Exportnachfrage verzögert“.

Die „wirtschaftlichen Praktiken“ machen kein Geheimnis daraus, dass die vorherige Prognose diesbezüglich eindeutig zu optimistisch war; Zu dieser Zeit gab es drei Szenarien für die Entwicklung der deutschen Wirtschaftsproduktion, und selbst im schlimmsten Fall wird für dieses Jahr „nur“ ein Minus von 5,4 Prozent erwartet. Ein wesentlicher Grund ist die schwächere Entwicklung im Ausland mit entsprechenden Konsequenzen für die deutschen Exporteure. Für das Euro-Währungsgebiet erwarten die Ökonomen sogar ein Minus von 8,5 Prozent, was hauptsächlich auf den besonders starken Einbruch in Frankreich, Italien und Spanien (minus 11,0 bis minus 11,8 Prozent) zurückzuführen ist. Darüber hinaus sind größere Aufholeffekte „unwahrscheinlich“, insbesondere im Dienstleistungssektor, der von den Kontrollen besonders betroffen ist.

Zweifel an der Zahlungsfähigkeit

Nach Ansicht des Expertenausschusses deuten „Echtzeitindikatoren“ wie Stromverbrauch oder LKW-Verkehr darauf hin, dass die Tiefststände in der Corona-Krise gleichzeitig überwunden werden mussten, nachdem die Kontrollen aufgehoben wurden. Die am Dienstag vom London Markit Institute veröffentlichte Umfrage zum Geschäftsklima, die auf eine viel bessere Stimmung in Deutschland und im übrigen Euroraum hinweist, passt dazu. Dennoch sind die „Wirtschaftsmoden“ in ihren Prognosen sehr zurückhaltend und weisen auf das große Bündel von Risiken für die Erholung der deutschen Wirtschaft hin. Dies schließt das Risiko „anhaltender Verhaltensänderungen, die zu strukturellen Anpassungen führen können“ ein und droht das langfristige Wachstum zu behindern.

Ebenso wird das Risiko „verlängerter Ausfallzahlungen“ für Kredite nicht abgewendet, schreiben sie unter Berufung auf den erwarteten Anstieg der Insolvenzen. Der seit Jahresbeginn beobachtete starke Kapitalabfluss aus Schwellenländern birgt ebenfalls Risiken – für die Länder selbst und damit auch für die Verkaufschancen deutscher Unternehmen. Die Krise stellt jedoch auch das Euro-Währungsgebiet vor große Herausforderungen, „nicht zuletzt die Mitgliedstaaten, die bereits vor der Pandemie hoch verschuldet waren“, heißt es in der Prognose. Wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie nicht begrenzt sind, besteht die Gefahr, dass „die Zahlungsfähigkeit einzelner Mitgliedstaaten entsteht“. Die Reaktionen auf die Fiskal- und Geldpolitik von Politikern und der EZB nennen die „Wirtschaftspraktiken“ gut.