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Frankreichs ältestes Atomkraftwerk wird stillgelegt

Frankreichs ältestes Atomkraftwerk wird stillgelegt

B.Am Ende muss Fessenheim alles geben. Wie die letzten Kilowattstunden des ältesten Kernkraftwerks Frankreichs zu liefern, liefert das Kernkraftwerk am Oberrhein bis in die letzten Stunden. Letzten Freitag traf ein Blitz eine Stromleitung in der Nähe des Kraftwerks. Der zweite und einzige laufende Reaktor des ältesten Kernkraftwerks Frankreichs musste stillgelegt werden. Die offizielle Schließung war jedoch erst am 30. Juni geplant. Der staatliche Betreiber EdF hat am Sonntag den Reaktor wieder in Betrieb genommen. Erst in der Nacht von Montag auf Dienstag wurde das gesamte Kernkraftwerk endgültig geschlossen.

Es war in Raten tot, nachdem der erste Reaktor im Februar für immer geschlossen war. Es erfüllt viele Menschen auf der französischen Rheinseite mit Traurigkeit, aber an der deutschen Küste herrscht Freude. Der Bürgermeister der 2400-köpfigen Gemeinde, Claude Brender, ist einer der Bitteren. Er spricht mit dem F.A.Z. eines „politischen Angriffs“ auf die Atomindustrie und ihren Standort. „Sie treten zum Abschluss bei und bieten uns keine Entschädigung an“, beklagt sich der Franzose.

15 Jahre Demontage

Seit 43 Jahren profitieren die Franzosen in der strukturarmen Region von der Präsenz von EdF und auch von dem relativ billigen Strom. Deutsche Kernkraftwerke haben fast ebenso lange aus Sicherheitsgründen gegen das Kraftwerk protestiert. Französische Nuklearexperten bestehen heute darauf, dass Fessenheim noch einige Jahre weiterarbeiten kann.

Die Regierung unter Präsident Emmanuel Macron hat jedoch beschlossen, einen teilweisen Atomausstieg einzustellen, der den Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis 2035 um mehr als 70 bis 50 Prozent senken wird. „Dies ist das erste Mal, dass ein Kernkraftwerk mit Reaktionen unter Druck gesetzt und vollständig abgebaut wurde“, sagte eine EdF-Sprecherin. Diese in den 1970er und 1980er Jahren weit verbreitete Technologie wird noch immer in allen 56 anderen Kernreaktoren in Frankreich eingesetzt.

Der staatliche Strombetreiber rechnet nun mit einer Ausfallzeit von mindestens 15 Jahren. Der strahlungsreiche Kraftstoff sollte bis 2023 entfernt werden. Von da an bleiben nur noch etwa 60 der 700 EdF-Mitarbeiter übrig. Für die Region ist es nicht einfach, mit dem Abzug der oben genannten verdienten Mitarbeiter und ihrer Familien umzugehen. Die Bevölkerung von Fessenheim hat sich seit den 1960er Jahren verdreifacht. Die 29 Gemeinden des Gemeindeverbandes profitierten von den hohen Steuerzahlungen des EdF und konnten sich bessere Schulen und andere öffentliche Einrichtungen leisten. Der Lebensstandard droht jetzt zu bröckeln, da verschiedene Folgeprojekte langsam im Gange sind.

Dies ist teilweise auf die Krise des Coronavirus zurückzuführen, die die Behörden seit Monaten anzieht. Es gibt jedoch andere Bremsfaktoren. So planten die deutschen und französischen Behörden die Gründung eines Joint Ventures zum Betrieb eines Industrieparks. Der französische Gemeindeverband weigert sich jedoch weiterhin, den geplanten Kapitalanteil zu zahlen. Weil er trotz struktureller Verluste aus dem EdF-Umzug nicht jährlich 2,9 Millionen US-Dollar in einen landesweiten Solidaritätsfonds für strukturschwache Gebiete zahlen will.

„Wir hoffen, dass der Pariser Konflikt bald gelöst wird“, sagte Brigitte Klinkert, Präsidentin des Oberrheinministeriums von F.A.Z. Die Französin kämpft seit langem für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Sie hat gerade in Deutschland eine Genehmigung in Höhe von 3,5 Millionen Euro für einen Studienentwurf zum Bau einer im Zweiten Weltkrieg zerstörten Eisenbahnbrücke unterzeichnet. Es soll Colmar mit Freiburg verbinden. Das Spezialfahrzeug, das eine industrielle Ansiedlung in Fessenheim ermöglichen soll, soll nun trotz Kapitalmangels seine Arbeit aufnehmen; CEO-Suchanzeigen diese Woche.

Der grenzüberschreitende Hochschulverband Eucor der Oberrheinischen Universitäten hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut Energieprojekte für Forschung und Entwicklung wie Wasserstofftechnologie, Batteriespeicherung und Methangas vorgeschlagen. Ein Ingenieurbüro aus Paris hat den Bau einer Anlage zur Herstellung von Heizpellets angekündigt.

Alle diese Projekte existieren jedoch nur noch auf dem Papier. Die ursprünglich geplante Fläche des 200 Hektar großen Industrieparks am Rheinufer ist auf 80 Hektar geschrumpft, da festgestellt wurde, dass ein großer Teil unter Naturschutz steht. Die meisten Beteiligten wollen jedoch nicht den Mut nehmen. „Es gibt eine allgemeine Vision; Deutsche und Franzosen sind sich weitgehend einig, ich glaube, die Dinge gehen jetzt voran“, sagt Pascale Mollet-Piffert von der Industrie- und Handelskammer des südlichen Oberrheins in Lahr.

Der deutsch-französische Vertrag von Aachen erwähnt auch den „Wirtschafts- und Innovationspark“ und die Eisenbahn über den Rhein. Und es gibt noch ein gutes Zeichen: Einige deutsche Familien haben sich in der Region Fessenheim niedergelassen, berichten Makler. Weil die Preise niedriger sind als auf deutscher Seite und die Kernenergie nicht mehr beängstigend ist. Der französische Supermarkt „Super-U“ aus Fessenheim, mit 90 Mitarbeitern der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt, bereitet sich definitiv auf die Expansion vor.