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Donald Trump will Tiktok-Verbot – was steckt dahinter?

S.Das Internet hat China und den Westen jahrelang geteilt – aber die Trennung war noch nie so klar wie jetzt, als US-Präsident Donald Trump ein Verbot der chinesischen Video-App Tiktok ankündigte. Er sagte, er würde Tiktok aus den USA verbannen, sagte er am Samstag gegenüber Reportern. Der genaue Verbotstext ist noch nicht da, aber Trump hat bereits eines klargestellt: Nicht einmal ein Verkauf an eine US-Firma wird ihn ärgern.

Patrick Bernau

Verantwortlicher Redakteur für Business und ‚Money & More‘ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Tiktok ist nicht so strategisch wichtig wie der Netzwerkanbieter Huawei, der Geräte für schnelle Mobilfunknetze bereitstellt. Aber Tiktok war das erste Unternehmen aus China, das im Westen kulturelle Bedeutung erlangte. Alles begann mit einer App namens „Musical.ly“, die in Shanghai und Deutschland mit vier Millionen Nutzern gegründet wurde, die ebenfalls von der chinesischen Firma Bytedance übernommen wurde und die App unter ihrem eigenen Markennamen Tiktok verwendet. Am Anfang ging es um kurze Videos über Musik, lippensynchrones Singen und ein bisschen Tanzen. Inzwischen sind die Videos immer kreativer, unterhaltsamer und komplexer geworden. Außergewöhnliche Stunts, Witze und überraschende Video-Tricks sind zu sehen. Manchmal gibt es viele Stunden Arbeit in wenigen Sekunden kurzen Video. Und manchmal zeigt Dieter Bohlen nur, wie er beim Aufstehen und Rudern völlig angezogen ins Wasser fällt.

Dieter Bohlen in einem Tiktok-Video


Nach Schätzungen der Branche zieht es monatlich etwa eine Milliarde Nutzer an, hauptsächlich Teenager, und die App wurde zwei Milliarden Mal heruntergeladen – Beträge, die sonst nur vorinstallierte Apps von Apple und Google oder Facebook-Gruppen-Apps wie Whatsapp wären und Instagram. Die Muttergesellschaft Bytedance erzielt einen Umsatz von drei Milliarden Dollar. Allein in den USA sollen pro Monat 100 Millionen Nutzer aktiv sein – fast ein Drittel der Bevölkerung.

Ein chinesisches Unternehmen war in der westlichen Kultur noch nie so erfolgreich

Kein chinesisches Unternehmen hat zuvor so viele Teenager begeistert. Internetunternehmen wie Alibaba, Tencent oder Baidu gehören zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Das Zahlungssystem der Messaging-App Wechat ist so erfolgreich, dass europäische Einzelhändler es auch nutzen müssen, wenn sie chinesische Touristen als Kunden haben wollen – aber bisher hat keines der chinesischen Unternehmen im Westen mehr Interesse geweckt. Manchmal hat der Online-Händler Alibaba versucht, in Europa Fuß zu fassen – bisher bestenfalls mit mäßigem Erfolg.

Auf Tiktok können jetzt politische Kampagnen stattfinden. Berühmt wurde ein Video, in dem ein 17-Jähriger nach einigen Sätzen über Make-up-Tipps die Situation der Uiguren in China enthüllte. Ihr Zugang wurde schnell gelöscht. Tiktok entschuldigte sich für das menschliche Versagen und schloss es auf. Aber es ist nicht immer nur gegen die chinesische Regierung. In Amerika haben Tiktok-Benutzer zugestimmt, Tickets zu buchen und für eine von Donald Trump veranstaltete Veranstaltung abzulaufen. Trumps Mitarbeiter sagten, sie hätten eine Million Reservierungen erhalten – tatsächlich kamen nur 6.000 Menschen.

Es gibt also das erste Unternehmen, das aus China einen größeren Erfolg in der westlichen Kultur feiert – und es sollte verboten werden. Das Internet wird legal geteilt. Trump muss jedoch nicht persönlich beleidigt sein, weshalb das chinesische Unternehmen Tiktok in den USA mit Argwohn betrachtet wurde, da der Kampf um die wirtschaftliche Führung in der Welt zwischen den beiden Ländern eskaliert. Deshalb versucht Tiktok seit Wochen, so amerikanisch wie möglich zu sein.

Tiktok ist seit Wochen Amerikaner

Die Server sind überhaupt nicht in China, nach Angaben des Unternehmens hat die Regierung keinen Zugang. Tiktok gibt es in China überhaupt nicht (die stark zensierte Schwestern-App Douyin ist dort in den App-Stores erhältlich). Im Allgemeinen verfügt das Unternehmen über Standorte auf der ganzen Welt, und 48 Prozent des Unternehmens befinden sich nicht im Besitz von Dance, sondern teilweise von bekannten amerikanischen Investmentfirmen. Im Mai wird der Amerikaner Kevin Mayer zum Chef ernannt, der als Kandidat für das Management von Disney angesehen wurde, aber den Posten noch nicht erhalten hat. Es gab anscheinend sogar Gespräche mit Microsoft über den Verkauf des Unternehmens – aber Trump mag diese Perspektive auch nicht.

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