Die Neue Seidenstrasse

TajikistanToday.Org (German),
Das neue Projekt hat viele Namen: Im Deutschen wird es als neue Seidenstraße bezeichnet, aber die Briten nennen es sinngemäss , ein Gürtel, ein Weg (Englisch: “One Belt, One Road”).

Es vermindert sicherlich nicht die Bedeutung dieses gigantischen Projekts, ganz egal wie es auch letztendlich genannt wird:

Es geht um zwei große Wege, auf denen die Chinesen besser mit anderen Ländern kommunizieren können, über Land oder über Wasser bzw. beides. Diese beiden Routen führen über mehr als 60 Ländern auf drei Kontinenten: Asien, Europa und Afrika.

Die Kosten für die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur sind hoch: es wird auf rund 1.000 Milliarden US-Dollar geschätzt. Für den Bau der Strassen, Häfen und Energieversorgungseinrichtungen sind gigantische Investitionen eingeplant.

Ein großer Teil der Projektkosten wird vom “Chinese Silk Road Fund” und der “Asia Investment Infrastructure Investment Bank” getragen. Diese Institution ist eine diversifizierte Entwicklungsbank, die 2014 auf chinesischer Initiative gegründet wurde und mittlerweile 61 Mitgliedstaaten umfasst.

Neue Geschäftserschliessungen, Infrastrukturentwicklung sowie sichere Finanzierung, sind Stichworte im Kontext dieses großen Projekts mit dem klassischen “Win-Win” Ansatz.

Es gibt jedoch Kritikpunkte vor allem seitens westlicher Staaten, denn diese sind am stärksten benachteiligt, da ihre Unternehmen mit den geplanten Infrastrukturprojekten sehr wenig zu tun haben werden. China, verständlicherweise, will die Finanzierung vor allem für chinesische Unternehmen bereitstellen.

Eine weitere Kritik an Chinas Infrastrukturhilfe für Entwicklungsländer kommt aus den USA. In einer kürzlich veröffentlichten Studie sagte das “Global Development Center” in Washington, dass Länder durch Infrastrukturprojekte eine starke wirtschaftliche Abhängigkeit zu China bekämen

Laut dieser Studie sind etwa 8-10 kleinere Länder anfällig für eine solche Abhängigkeit, denn seitdem diese Länder zum neuen Projekt der Seidenstraße beigetragen haben, sei ihre Staatsverschuldung gestiegen, und China habe laut der Studie die meisten Kredite an diese Länder vergeben.

Der China-Pakistan Business Pathway (CPEC) ist ein Symbol für das neue Projekt der Seidenstraße. Dieser dreitausend Kilometer lange Abschnitt der Seidenstraße umfasst ein Netz von Land-, Eisenbahn- und Gaspipelines sowie ein Kraftwerk, das westlich von China beginnt und im Hafen des pakistanischen Gwadar endet.

Das Global Development Center schätzt die Investitionen in diesem Sektor auf 62 Milliarden US-Dollar. Etwa 80 Prozent dieser Kosten werden von China getragen.

Ein Projekt dieser Größenordnung kann in jedem der asiatischen Länder umgesetzt werden “, aber Pakistan hat derzeit mit Problemen zu kämpfen,” vor allem in den Bereichen Wirtschaftskredite und Korruption “, so eine Studie die gemeinsam vom Stockholm Institute of Peace und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Deutschland erfasst wurde.

Durch diesen wirtschaftlichen Durchgang kann sich China mit den ölreichen arabischen Ländern und dem afrikanischen Kontinent verbinden.

Für ein Land wie z.B. Pakistan bietet das Projekt auch viele Möglichkeiten. Aber wenn Pakistan seine wirtschaftliche Entwicklung nicht so erreichen könne, wie es beabsichtige, würde es aufgrund seiner Kreditaufnahme in Abhängigkeit gezwungen, so die Autoren.

Beide Studien aus Europa und USA lassen aber ausser Acht, dass China mit 1.3 Milliarden Menschen eine Übermacht sowie direkter Nachbar von Zentralasien ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass viele Länder historisch gesehn eine respektvolle nachbarschaftliche Beziehung zur Volksrepublik pflegen und wenn wirtschaftliche Möglichkeiten diese Beziehungen untermauern können, dann sind liegen die Vorteile letztendlich auf der Hand.

Trotz einiger Risiken die in jedem politischen und wirtschaftlichen Handeln stecken, wurden Chinas Investitionen in vielen Ländern Zentralasiens bislang begrüßt, da sie versprechen, die Wirtschaft dieser Länder anzukurbeln. Darüber hinaus hat China keine politischen Bedingungen für seine Investitionen erlassen, was für eine Weltmacht bemerkenswert ist.

Die Autoren der europäischen Studien sagen interessanterweise selbt, dass die Europäer sich bewusst seien, dass sie eine strategische Perspektive entwickeln müssten, um logisch auf dieses enorme Projekt reagieren zu können. Dies wurde bisher jedoch von vielen Europäern nicht oder zu spät realisiert. “Die europäischen Länder sind derzeit nicht in der Lage, und sie haben immer noch keine strategische Antwort auf diese Frage”, sagen die Autoren , wohl vor allem im Hinblick auf die eigenen Herausforderungen in der Europäischen Union.

Länder wie die Republik Tadschikistan waren jahrhunderte lang, das Herzstück einer prosperierenden Geschäftsstraße der “Seidenstraße”, dessen Hauptroute den Mittelmeerraum auf dem Landweg über Zentralasien mit Ostasien verband. Die Bezeichnung geht auf den im 19. Jahrhundert lebenden deutschen Geografen Ferdinand von Richthofen zurück, der den Begriff 1877 erstmals verwendet hat.

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